Für den Stellenteil der Süddeutschen Zeitung  („Beruf und Karriere“) hat Ulrike Schäfer heute einen großen Beitrag zum Thema „Coming Out“ am Arbeitsplatz geschrieben. Am Beispiel von Christian Weis (25), heute Sprecher von „Arco“, dem Netzwerk schwuler und lesbischer Mitarbeiter der Commerzbank, zeigt sie auf welche positive Rolle ein offener Umgang mit der eigenen sexuellen Orientierung hat – für die Mitarbeiter und für den Arbeitgeber.

Sie zeigt aber auch auf, dass noch viel zu tun ist und erwähnt eine Kölner Studie aus dem Jahr 2007, wonach jeder zehnte Homosexuelle am Arbeitsplatz stark gemobbt wird und drei von vier Schwulen und Lesben Diskriminierungen erlebt haben. Der Studie zufolge traut sich jede(r) zweite nicht, die sexuelle Identität im Betrieb zu offenbaren.

Der Artikel geht insbesondere auf die Rolle von schwul-lesbischen Mitarbeiternetzen ein. Neben Arco/Commerzbank gebe es 30-40 Netzwerke, eines der jüngsten: „Fairquer“ beim Möbelhaus Ikea, in diesem Jahr erstmals mit eigenem Wagen bei der CSD-Parade in Köln.

Ein Sprecher des „Dachverbands“ der schwul-lesbischen Mitarbeiternetzwerke „PrOut@Work“ kommt zu Wort. Der Verband berät Unternehmen und Mitarbeiter bei der Etablierung neuer Netzwerke. Tipps: Die Gründungsabsicht sollte intern kommuniziert werden, um ein Signal zum Start zu geben. Einige engagierte und bereits offene Schwule/Lesben sollten den Kern der Gruppe bilden.

Für den Erfolg entscheidend sei es, dass es für das Projekt Unterstützung aus der obersten Führungsebene gebe und einen festen Ansprechpartner  im Vorstand. Ganz klar ist hier nicht die Rede von schwul-lesbischen Mitarbeiterstammtischen, wie es sie schon länger gibt, sondern von einem neuen Typus von Mitarbeiternetzwerk mit , einem relativ schlagkräftigen, offiziell anerkannten Netzwerk, das einen auch nach außen klar erkennbaren Beitrag leistet, um das Unternehmen für homosexuelle Mitarbeiter attraktiver zu machen.

Insgesamt ein sehr lesenswerter Beitrag. Zum Thema Antidiskriminierung gibt es in dieser Ausgabe noch weitere interessante Artikel, z.B. zum Umgang mit „Tabu-Fragen“ im Bewerbungsgespräch, zu denen auch die Fragen nach der sexuellen Orientierung gehört.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war der Beitrag leider noch nicht im Internet, ist er inzwischen aber sicher. Wenn Ihr den Link findet, bitte einfach einen Kommentar schreiben. Danke!



One Response to “SZ über Mitarbeiter-Netzwerke am Arbeitsplatz”  

  1. Der Artikel ist nun auch online und hier zu finden: http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/398/306360/text/


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