Völklingen liegt im Saarland, nahe an der französischen Grenze – bei einem Treffen dort, vermutlich bei leckerem Essen, ist die Idee für die „gay managers“ wohl entstanden – so war früher der Zusatzname des Verbands. Gegründet wurde er dann offiziell 1991 in Hamburg. Der VK sieht sich als Berufsverband für schwule Führungskräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Kultur – als „das führende Netzwerk homosexueller Manager, Unternehmer und Freiberufler in Deutschland“. Das ist er ohne Zweifel, denn er ist ja auch der einzige Verband dieser Art in Deutschland – zumindest mal offline ;) . Ganz so streng wie es auf der Website klingt, ist der Verband aber nicht bei der Aufnahme neuer Mitglieder. Neben Führungskräften werden durchaus auch „Fachkräfte“ als Mitglieder zugelassen, wenn die Chemie stimmt.

Wichtigstes Ziel ist laut Website das Erreichen der Gleichberechtigung von Schwulen am Arbeitsplatz und im gesamten Berufsleben. Es geht neben dem Networking also um berufliche und politische Lobbyarbeit. Jährlich finden aufwändige Mitgliederversammlungen statt, alle zwei Jahre wird der Max-Spohr-Preis vergeben (zuletzt 2006, müsste also 2008 wieder dran sein). Es gibt eine Vielzahl von Seminaren, die in Form der VK-Akademie organisiert sind.

Wie man auf der Website www.vk-online.de leicht nachvollziehen kann, hat der VK fast 20 Regionalgruppen und zusätzlich diverse Fachgruppen, die sich überregional zu bestimmten Themen treffen. Es handelt sich also um einen großen und schlagkräftigen Verband mit rund 700 Mitgliedern. Der Mitgliedsbeitrag beläuft sich auf etwa 250 Euro/Jahr.

Gerade bin ich noch auf den Bericht eines VK-Interessenten gestoßen, der offenbar an einem VK-Treffen in Köln (dort ist die Bundeszentrale des VK) teilgenommen hat:

Dieser Völklinger Kreis war mir schon immer irgendwie unheimlich. Merkt man ja schon in dem Interview, besonders für mich die Stelle: „Ich lernte erstmals Schwule kennen, zu denen ich aufblicken konnte, beruflich wie menschlich“. Grusel. Einst wurde ich von einem schwulen NRW-Ex-Landtagsabgeordneten mitgeschleppt um einem Treffen dieses Vereins in Köln bei zu wohnen. Steife Anzugträger die aussahen als wären sie in der CDU-Zentrale geclont worden, nippten überheblich an ihren Champagnergläsern.

Ich weiß nicht, wie lange die Erfahrung zurückliegt. ich selbst war auch Mitglied des VK, trotz eines ersten Aufnahmegesprächs, das ich auch ziemlich gruselig in Erinnerung habe (seinerzeit in Berlin). Ich denke aber, dass sich beim VK in den letzten Jahren doch auch vieles geändert hat und es sich lohnen könnte, sich ein eigenes, unvoreingenommenes Bild zu verschaffen. Auf jeden Fall sind da nach meiner Erfahrung eine ganze Menge interessanter Leute, die ganz bestimmt nicht die CDU wählen…



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