Die “weltweit erfolgreichste Lifestyle-Messe für Männer und Frauen, die das gleiche Geschlecht lieben” findet am 7. und 8. März 2009 von 13 bis 19 Uhr im “Hühnerposten Hamburg” statt – bereits zum zweiten Mal.  Auf rund 3.000 Quadratmetern bietet sie ein vielfältiges Ausstellerangebot und ein spektakuläres Rahmenprogramm. An der Teilnahme interessierte gayBC-Mitglieder erhalten einen Rabatt. (Weitere Infos dazu hier.)  Wir haben mit Pressesprecherin Corinna Maaß über die gayvention gesprochen.

Wie kam es zu der Idee eine schwul/lesbische Messe zu organisieren?

Der Versuch eine Lifestyle- Messe speziell für lesbisch/schwules Publikum zu gestalten, wurde bereits in den vergangenen Jahren von anderen Organisatoren unternommen. Das punktuell durchdachte Konzept der „Gayvention“ – für Männer und Frauen, die das gleiche Geschlecht lieben – lies aber diese Idee zum ersten Mal realisierbar erscheinen. Den Initiatoren der „Gayvention“ erschien es jedoch nicht genug, einfach nur die Kauf- und Unterhaltungslust der Besucher zu befriedigen. Politische und gesellschaftliche Restiktionen, welchen gleichgeschlechtlich Liebende immer noch ausgesetzt sind, können in entsprechende Foren thematisiert werden. Lebensberatung und Erfahrungsaustausch sollen von den Besuchern als wichtige Ergänzungspunkte gesehen werden, um diese Lifestylemesse zu einem ganzheitlichen Erlebnis werden zu lassen.

Was ist das Ziel der Gayvention und zum wie vielten Male findet eure Messe statt?

Es ist die Zielsetzung der engagierten Veranstalter der „Gayvention“ , die im Frühjahr 2008 zum ersten Mal Szenegänger/-Innen und Interessierte jeder Couleur anlockte und begeistere, einem breiten Publikum Angebote und Informationen rund um den selbstbewussten Lebensstil lesbisch/schwuler Frauen und Männer zu präsentieren. Ein weiterer Schwerpunkt dieses Events ist das umfassende und spektakuläre Rahmenprogramm, welches das vielfältige Ausstellerangebot an beiden Messetagen flankiert. Hier hat der/die Messebesucher/-in zum Beispiel die Möglichkeit politischen Diskussionen mit geladenen Vertretern verschiedener Parteien beizuwohnen und/oder sich aktiv daran zu beteiligen. Die Stimmung innerhalb der Community, die Bedarfe, Ressourcen und Restriktionen die die Beteiligten betreffen, sollen deutlich gemacht und von den politischen Vertretern an die Entscheidungsträger weitergeleitet werden. Zur Zerstreuung erwartet die interessierten Besucher ein unkonventionelles und höchst abwechslungsreiches Entertainmentprogramm. Spielerisch und mit viel augenzwinkerndem Humor nimmt sich die Szene auch mal „selbst auf die Schippe“ und bietet so die Möglichkeit eventuelle Berührungsängste und Vorurteile auf allen Seiten abzubauen.

Wieviele Aussteller / Besucher weist die Messe auf? Kannst Du uns ein paar Angaben zur Besucherstruktur geben?

Unter dem Motto „expressing gay life“ präsentiert sich die „Gayvention“ in der angesagten Location „Hühnerposten“, direkt am Hamburger Hauptbahnhof. Auf rund 3.000 Quadratmetern erwarten die Besucher über 100 Aussteller aus den Bereichen Kunst und Kultur, Mode und Erotik, Genuss und Wellness sowie Hobby und Reisen. Das Besondere an der „Gayvention“ ist, dass es sich thematisch um eine Lifestylemesse für lesbisch/schwules Publikum handelt, die Veranstalter jedoch explizit darauf geachtet haben, mit dieser Veranstaltung der Community eine Präsentationsplattform zu schaffen, die gleichzeitig Spiegel der Szene und „Rucksackbahnhof“ sein kann. Die Projektleiter möchten mehr Transparenz und Vermischung zwischen gleichgeschlechtlich Liebenden und Heterosexuellen anregen. So arbeiten auch im Team der „Gayvention“ heterosexuelle Mitarbeiter/-Innen. Jeder kann an diesem „Bahnhof“ Halt machen. Kann sich umsehen, Fragen stellen, die Sinne anregen und sich mitreißen lassen. Egal mit welchem Gepäck er anreist, egal ob 20 oder 90 Jahre alt. Unter den Messeständen befinden sich seit dem vergangenen Jahr zahlreiche Heteroaussteller, die vom Flair und von der Einzigartigkeit dieser Veranstaltung begeistert waren.

Ermöglicht ihr auch ehrenamtlichen Institutionen und Berufsverbänden die Möglichkeit, sich im Rahmen der gayvention zu präsentieren?

Bereits im letzten Jahr waren die zahlreichen Vereine begeistert von der einmaligen Atmosphäre. Erstmals hatten sie das Gefühl wirklich ernst genommen zu werden und konnten interessante und aufschlussreiche Gespräche mit Presse und Besuchern führen. Es war der Projektleitung daher sehr wichtig auch in diesem Jahr eine Vielzahl von wichtigen Institutionen der Szene die Möglichkeit zu geben, sich auf der GAYVENTION zu präsentieren. In der restlos ausgebuchten Vereinslounge reicht das Spektrum vom LSVD, über die Deutsche Aidshilfe bis hin zu Hamburg Pride und den Wirtschaftsweibern.


In der Werbung sind sie unverzichtbar – Fotos.
Ein guter Eyecatcher ist da Gold wert. Und beim Online Dating?

Sind Fotos nicht eher oberflächlich und machen einen zur Ware?
Die Jerusalemer Soziologin Eva Illouz fasst es so:

“Meldet man sich auf einer Seite an, ist man sofort in einer Position, in der man mit anderen konkurriert, die man sogar sehen kann. Die Technologie des Internet konfrontiert das Selbst also mit Widersprüchen: Sie bedingt eine Tiefe Wendung nach innen, das heißt, sie verlangt eine Fokussierung auf das eigene Selbst, um dessen unverwechselbare Essenz [...] einzufangen und zu kommunizieren. Zugleich aber macht das Internet aus dem Selbst eine öffentlich ausgestellte Ware.”

Ein Spagat, dem man eigentlich nicht entgehen kann. Betrachten wir die Frage nach den Fotos lieber aus dem Aspekt der Nützlichkeit.
Und da muss man einfach feststellen, dass es nicht ohne Fotos geht. Ob dies einem gefällt oder nicht.
Eyecatcher müssen her. Der Mensch ist visuell veranlagt.
Studien zufolge ist das Foto _das_ Hauptmerkmal in einem Profil. Dabei achten 70% der Partner Suchenden auf die Augen. 25% finden den Mund wichtig und gerade mal 6% interessieren sich für die Frisur.

Ferner ist ein Bild im Profil (noch nicht einmal von einem selbst) sehr wichtig um nicht ausgefiltert zu werden.
Stell dein Licht nicht unter den Scheffel. Selbst wenn Du glaubst kein Modell zu sein. Eventuell verguckt sich irgendjemand genau in dein Foto.

Gut – halten wir fest: Du brauchst _gute_ Aufnahmen von dir. (Scheu dich nicht Geld dafür auszugeben.)
Was gilt es dabei zu beachten?
Auf Fotos herrscht absolutes Vermummungsverbot! Keine Sonnenbrille! Keine Mütze! Eine Sonnenbrille kann zwar cool sein, doch sie wirkt distanziert und unnahbar. Man möchte dich sehen.
Accessoires sind immer dann unpassend, wenn sie nichts mit dir zu tun haben und nur verwendet wurden, weil es vielleicht fürs Bild gut aussehen könnte.  Bei allem Zubehör muss man ungeheuer aufpassen, dass die Person noch im Zentrum des Interesses bleibt. Im Zweifel lieber darauf verzichten!

Viele moderne Dating Knigge empfehlen sich nicht mit nacktem Oberkörper zu zeigen. Es handelt sich in aller Regel um einen Fingerzeig auf seine Triebe. Freizügigere Aufnahmen bedeuten in fast allen Fällen körperliche Freizügigkeit. Mit solchen Fotos wirst Du leider auch nie wissen, ob Du nur wegen eben jener Fotografien angeschrieben wirst – sprich für die schnelle Nummer.

Zu viele oder zu gute Fotos könnten dich egozentrisch wirken lassen, zu schlechte Besucher abschrecken.

Sehr wirkungsvoll: Lächeln!
Wenngleich viele ernste Bilder im Profil haben und das manchmal wirklich gut aussieht, ist ein Lächeln immer von Vorteil. Denn ein Lachen wirkt entwaffnend und hellt sofort die Stimmung auf. Es kann ansteckend sein – ein psychosomatischer Effekt.
Der Betrachter stuft dich sofort positiver ein.

Weitere hilfreiche Tipps und Tricks rund um das Online-Dating findest Du unter Gay Dating Tricks.
Stefan


Die Fragen stelle gayBC-Moderatorin Sophie Ruhlig.

Reinhold Berger, Sie sind einer der wenigen offen schwulen Kandidaten in diesem Landtagswahlkampf, bewerben sich um das Direktmandat in München-Pasing und stehen auf Platz 15 der Liste der FDP in Oberbayern. Was hat Sie zur Kandidatur bewogen?

Grundsätzlich: Ich will ein liberales Bayern. Dafür steht die FDP. In Sachen Gleichstellung von Lesben und Schwulen war der Freistaat in der Vergangenheit regelmäßig der Hemmschuh. Mit einer starken FDP im Landtag ändert sich das.

Wo besteht aus Ihrer Sicht in Bayern hier spezieller Handlungsbedarf?

Beim Partnerschaftsgesetz. Die Diskriminierung beginnt bei der Notariatslösung und endet mit dem Steuerrecht.

Das heißt Sie plädieren für gleiche Rechten und Pflichten?

Richtig. Bei den Lebenspartnerschaften wurden die Pflichten sofort an die Ehe angeglichen, die Rechte blieben weitgehend auf der Strecke. Solche Ungerechtigkeiten regen mich auf.

Bei allem Respekt, die FDP wird in Bayern jedoch nicht die Mehrheit stellen. Wie wollen Sie Ihre Vorstellungen umsetzen?

Man braucht nicht zwingend die Mehrheit, sondern zunächst Einfluss und ggf. auch Druckmittel. Mit einer Regierungsbeteiligung hat die FDP alle Möglichkeiten, ihre Vorstellungen im Freistaat durchzusetzen. Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang auch der Einfluss auf die Bundesebene, beispielsweise wenn es um das volle Adoptionsrecht geht.

Einige Politiker, wie beispielsweise Volker Beck, werden in der Öffentlichkeit fast ausschließlich über ihre Sexualität identifiziert. Wie wollen Sie für Ihre Person dagegen wirken?

Das Thema Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen ist für mich nur ein, wenn auch sehr wichtiges Thema. In der FDP werde ich aber nicht über meine Sexualität sondern über meine politische Arbeit definiert. Bürgerrechte, Verkehr und Verbraucherschutz sind beispielsweise Themen mit denen auch ich in der FDP verbunden werde. Ein weiterer Schwerpunkt für mich ist die Medienpolitik in der ich landes- und bundesweit aktiv bin. Zu unseren Kernforderungen gehört hier die Ersetzung der GEZ-Gebühr durch eine allgemeine, personenbezogene Medienabgabe.

Dennoch ist es nicht in Bayern eher riskant, als offen schwuler Kandidat anzutreten?

Möglicherweise kann es in ländlichen Bereichen leider noch problematisch sein. Ich aber kandidiere im Münchener Westen mit all meinen politischen Überzeugungen als offen homosexueller Kandidat u. a. gegen den offen heterosexuellen Kandidaten Otmar Bernhard von der CSU.

Weitere Informationen:


Für den Stellenteil der Süddeutschen Zeitung  (”Beruf und Karriere”) hat Ulrike Schäfer heute einen großen Beitrag zum Thema “Coming Out” am Arbeitsplatz geschrieben. Am Beispiel von Christian Weis (25), heute Sprecher von “Arco”, dem Netzwerk schwuler und lesbischer Mitarbeiter der Commerzbank, zeigt sie auf welche positive Rolle ein offener Umgang mit der eigenen sexuellen Orientierung hat – für die Mitarbeiter und für den Arbeitgeber.

Sie zeigt aber auch auf, dass noch viel zu tun ist und erwähnt eine Kölner Studie aus dem Jahr 2007, wonach jeder zehnte Homosexuelle am Arbeitsplatz stark gemobbt wird und drei von vier Schwulen und Lesben Diskriminierungen erlebt haben. Der Studie zufolge traut sich jede(r) zweite nicht, die sexuelle Identität im Betrieb zu offenbaren.

Der Artikel geht insbesondere auf die Rolle von schwul-lesbischen Mitarbeiternetzen ein. Neben Arco/Commerzbank gebe es 30-40 Netzwerke, eines der jüngsten: “Fairquer” beim Möbelhaus Ikea, in diesem Jahr erstmals mit eigenem Wagen bei der CSD-Parade in Köln.

Ein Sprecher des “Dachverbands” der schwul-lesbischen Mitarbeiternetzwerke “PrOut@Work” kommt zu Wort. Der Verband berät Unternehmen und Mitarbeiter bei der Etablierung neuer Netzwerke. Tipps: Die Gründungsabsicht sollte intern kommuniziert werden, um ein Signal zum Start zu geben. Einige engagierte und bereits offene Schwule/Lesben sollten den Kern der Gruppe bilden.

Für den Erfolg entscheidend sei es, dass es für das Projekt Unterstützung aus der obersten Führungsebene gebe und einen festen Ansprechpartner  im Vorstand. Ganz klar ist hier nicht die Rede von schwul-lesbischen Mitarbeiterstammtischen, wie es sie schon länger gibt, sondern von einem neuen Typus von Mitarbeiternetzwerk mit , einem relativ schlagkräftigen, offiziell anerkannten Netzwerk, das einen auch nach außen klar erkennbaren Beitrag leistet, um das Unternehmen für homosexuelle Mitarbeiter attraktiver zu machen.

Insgesamt ein sehr lesenswerter Beitrag. Zum Thema Antidiskriminierung gibt es in dieser Ausgabe noch weitere interessante Artikel, z.B. zum Umgang mit “Tabu-Fragen” im Bewerbungsgespräch, zu denen auch die Fragen nach der sexuellen Orientierung gehört.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war der Beitrag leider noch nicht im Internet, ist er inzwischen aber sicher. Wenn Ihr den Link findet, bitte einfach einen Kommentar schreiben. Danke!


Aktualisiert: Habe gerade die Liste aktualisiert. Habe ich ein Netzwerk vergessen? – Bitte per Kommentar ergänzen. Jedes gelistete Netzwerk sollte über eine zumindest rudimentäre Website verfügen, auf die ich verlinken kann und über die dann eine Kontaktaufnahme möglich ist.

Zum Hintergrund: Es gibt schon eine ganze Reihe solcher Listen im Internet, aber bisher nicht in Blog-Form. Der Vorteil hier ist, dass jeder Interessierte einen Kommentar einfügen kann und z.B. auf neue Entwicklungen, weiter existierende Netzwerke/Stammtische usw. hinweisen kann. Wir Ihr unten (unter Kommentare) sehen könnt, haben die Leser des Blogs einen großen Anteil daran, dass diese Liste sehr aktuell und vollständig ist. Wir haben außerdem schon angefangen, einzelne Netzwerke hier im Blog genauer vorzustellen und es war verblüffend, wie schnell sich Initiatoren und Mitglieder der entsprechenden Netzwerke zu Wort gemeldet und noch fehlende Informationen ergänzt haben. Wer das Thema “offen schwul/lesbisch am Arbeitsplatz” voranbringen und am Blog mitschreiben möchte, ist herzlich willkommen!
Deutschland

- Branchenverbände

- Branchenübergreifende Verbände (Fach- und Führungskräfte)

- Unternehmens-Stammtische etc.

- Sonstiges

Österreich

  • austrian gay professionals – www.agpro.at/
  • Queer Business Women (QBW), Interessensgemeinschaft lesbischer Führungskräfte, Unternehmerinnen, Expertinnen und Selbständige. Wir arbeiten eng mit der AGPRO (austrian gay professionals) zusammen. http://www.queer-business-women.at

Schweiz

Großbritannien

Frankreich

Niederlande

  • Genius – Netzwerk für schwule Führungskräfte und Selbständige in den Niederlanden. www.genius.nl

International

  • European Gay Managers Association (EGMA) – Dachverband der meisten schwul-lesbischen Berufsverbände in Europa – www.egma.cc
  • 6PC-Network – www.6pc.info/site/

Viele weitere Netzwerke – auch ohne eigene Website oder im Ausland – hat Volker auf seiner Seite www.voelklinger-bank.de gesammelt.


Egoload

16Jul08

Heute möchte ich dir eine Webseite vorstellen, die ich so gut finde, dass sie ihren eigenen Beitrag verdient hat.
Egoload – Es handelt sich um einen Persönlichkeitstest. Halt, renn nicht weg.
Die meisten dieser Tests sind wirklich unsinn.
Besonders sinnlos sind die Tests von Testreich. Absolut keine will wissen zu wie viel Prozent man noch Teenie ist.

Doch Egoload ist anders. Denn es ist direkt auf das Online Dating ausgelegt.
Auf Grundlage eines kleinen psychologischen Tests wird dein Charakter grob bestimmt. Ich möchte nicht sagen, dass die Einteilung von Egoload jeden erfasst oder unheimlich genau ist. Dennoch habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass viele dem Resultat zustimmten.
Das Besondere:
Dort wird dir auch gleich eine Dating Strategie mitgeliefert. Diese Hinweise kannst Du online oder als PDF lesen.

“Egoload macht das Wissen vom Glück zugänglich. Für alle. Kostenlos und einfach.
Am besten, du startest mit dem Egoload Persönlichkeitstest. Wer mehr über sich und seinen Persönlichkeitstyp weiß, kann dieses Wissen nutzen, um glücklicher und erfolgreicher zu leben.”

Hier geht es zum Test

Weitere hilfreiche Tipps und Tricks rund um das Online-Dating findest Du unter Gay Dating Tricks.

Stefan


Anfang April hatte ich im gayBC-Forum zur Teilnahme an einer von Holger Kipp von der Ruhr-Universität Bochum durchgeführten Befragung eingeladen. Hier folgt nun eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse. Die Auswertung bestätigt: Je wohler wir uns selbst mit unserer sexuellen Orientierung fühlen, um so besser läuft es auch in der Beziehung (und desto dauerhafter vermutlich unsere Partnerschaften).

Studie zu fördernden und schädigenden Einflussfaktoren auf die Partnerschaftszufriedenheit homosexueller Männer

Holger Kipp

Ruhr-Universität Bochum

AE Sozialpsychologie

Herzlichen Dank für Ihr Interesse an den Ergebnissen der Studie zu Einflussfaktoren der Partnerschaftszufriedenheit homosexueller Männer.

Zunächst werden die zugrunde liegenden Fragestellungen und die theoretischen Konzepte vorgestellt. Anschließend werden die Stichprobe, sowie die Ergebnisse dargestellt.

Hintergrund

Die Studie untersucht fördernde und schädigende Einflussfaktoren auf die Partnerschaftszufriedenheit homosexueller Männer. Dazu betrachtet sie insbesondere die Auswirkungen von Diskriminierungserleben, des öffentlichen Bekenntnisses zur Homosexualität, sowie der Akzeptanz der eigenen sexuellen Orientierung. Alle Faktoren gelten als spezifische potentielle Stressoren, denen Mitglieder von Minderheiten zusätzlich zu ihrem allgemeinen Stressniveau ausgesetzt sind. Stress und dessen Bewältigung gilt generell als ein starker Einflussfaktor auf die Partnerschaftszufriedenheit. Daher wurden in dieser Untersuchung signifikante Einflüsse dieser für Minoritäten spezifischen Stressoren erwartet.

Beschreibung der befragten Personen

An der Studie nahmen 546 Männer teil, die seit mindestens 6 Monaten in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebten. Das durchschnittliche Alter der Befragten betrug 32 Jahre. Der jüngste Teilnehmer war18 und der älteste Teilnehmer 66 Jahre alt. Die Befragten waren überdurchschnittlich gebildet (Abitur: 31.0 %; Hochschul-studium: 48.9 %) und lebten überwiegend in Großstädten mit mindestens 100.000 Einwohnern (68.5 %). Die durchschnittliche Dauer der derzeitigen Beziehung betrug 4.75 Jahre. Viele der älteren Männer führten jedoch auch Beziehungen, die bereits 20 und 30 Jahre andauerten.

Ergebnisse zum Diskriminierungserleben

Die Mehrheit der befragten Männer gibt keinerlei Diskriminierungserfahrungen in den vergangenen zwölf Monaten an (75.15 %). Wenn Diskriminierungen angegeben werden, dann handelt es sich um schwulenfeindliche Witze (77.3 %), Verhöhnungen (44.5 %) und Beschimpfungen (42.9 %). Die diskriminierenden Personen sind am häufigsten Fremde (44.9 %), aber auch Familienmitglieder (23.8 %) und vermeintliche Freunde (17.2 %). Das Diskriminierungserleben hatte einen negativen – wenn auch geringen – Einfluss auf die Partnerschafts- und Lebenszufriedenheit der homosexuellen Männer.

Ergebnisse zum öffentlichen Bekenntnis zur Homosexualität

Wider Erwarten zieht das öffentliche Bekenntnis zur Homosexualität keine häufigeren Diskriminierungserfahrungen nach sich. Es gibt Anzeichen dafür, dass offen homosexuell lebende Menschen zufriedener in ihrer Partnerschaft und ihrem Leben sind.

Ergebnisse zur Akzeptanz der eigenen sexuellen Orientierung

Als wichtigster Einflussfaktor auf die Partnerschaftszufriedenheit homosexueller Männer erweist sich die Akzeptanz der eigenen gleichgeschlechtlichen sexuellen Orientierung. Diejenigen Männer, die ihre Homosexualität weniger akzeptieren, sind unzufriedener in ihrer Partnerschaft und ihrem Leben. Des Weiteren bekennen sie sich in geringerem Maße öffentlich zu ihrer Homosexualität und nehmen mehr Diskriminierungen wahr als diejenigen Männer, die ihre eigene sexuelle Orientierung in stärkerem Ausmaß akzeptiert haben.

Fazit

Die Mehrheit der befragten Männer gibt keine Diskriminierungserfahrungen in den vergangenen zwölf Monaten an. Diejenigen, die Diskriminierungen erlebten, zeigen sich eher unzufrieden in ihrer Partnerschaft und ihrem Leben. Das öffentliche Bekenntnis zur Homosexualität zieht keine vermehrte Diskriminierung nach sich und ist nur tendenziell ein Indikator für eine glücklichere Partnerschaft. Die Akzeptanz der eigenen sexuellen Orientierung hat den stärksten Einfluss auf die Partnerschafts- und Lebenszufriedenheit der homosexuellen Männer. Sie beeinflusst zudem die Bereitschaft sich öffentlich zur Homosexualität zu bekennen und Diskriminierungen wahrzunehmen.

Die Ergebnisse dieser Studie beruhen auf Durchschnittswerten einer großen Personengruppe. Aus diesem Grunde lassen sich zwar allgemeine Aussagen über die beschriebenen Personengruppen, jedoch nicht bezüglich einzelner Personen treffen.


Von “HarryB” kommt der Hinweis, dass es auch bei dem für IT-ler zurzeit wohl attraktivsten Arbeitgeber der Welt eine eigene schwule Gruppe gibt: “Beim “Dublin Pride” in Dublin letztes Wochenende bin ich noch auf die “Gayglers” – GLBT bei Google, gestoßen:http://www.google.ie/jobs/gayglers/”.

Der Link führt zu einem Google-Logo in Regenbogenfarben, verlinkt dann aber leider nur zur Jobsuche bei Google – und da kann man nicht speziell nach “schwulen” oder “lesbischen Jobs” suchen. ;)

Google – die Suchmaschine – hilft aber weiter und präsentiert eine Menge Suchergebnisse zu den “gayglers”. Interessant ist z.B. der Eintrag googleblog.blogspot.com/2007/10/our-corporate-equality-effort.html, der verschiedene Diversitäts-Initiativen zusammenfassend beschreibt.


Unter dem Motto “Brücken bauen – unter’m Regenoben” feiern Schwule, Lesben und Transgender Münchens 850. Stadtjubiläum mit. Der schwul-lesbische Sportclub “Team München” hat aus diesem Anlass nicht nur ein großes Sportfest geplant, sondern möchte mit Eurer Hilfe auch ein Geburtstagsgeschenk für die Stadtspitze zusammenstellen. Wir haben uns dazu mit Beppo Brem unterhalten, der die Organisation übernommen hat.

1) Was ist der Hintergrund der Aktion und wann findet sie genau statt?

Beppo: München feiert 850. Stadtgeburtstag und da feiern wir, Münchens Regenbogen-Gemeinde selbstverständlich und selbstbewusst mit. Und zwar nicht irgendwie, sondern mit einem Sporttfest der Toleranz, das die lesbisch-schwulen Sportvereine für die “Community” organisieren. Das Sportfest mit 12 Sport-Events findet am Samstag, den 28. Juni von 9 Uhr bis 17 Uhr im Anton-Fingerle-Zentrum (Giesing) statt. Der Festakt und die Party steigen abends ab 21 Uhr im Oberangertheater. Für alles gilt: Freier Eintritt!

2) Wie kam es zur Schirmherrschaft durch  Münchens “Sport-Bürgermeisterin” Christine Strobl

Beppo: Mit Christine Strobl arbeite ich eng im Münchner Sportbeirat zusammen. Da war der “Dienstweg” nicht so lang. Außerdem ist Christine Strobl eine tolerante, weltoffene Bürgermeisterin und hat schon deshalb die Schirmherrschaft sofort und gerne übernommen.

3) An wen richtet sich dieses Sportevent? Ist es ausschließlich für Lesben, Schwule und Transgender?

Beppo: Nein! Ausdrücklich nein! Das Sportfest der Toleranz ist ein Fest, das für alle offen ist, die sich der – übrigens ziemlich neuen – Münchner Kultur von Toleranz und Respekt verpflichtet fühlen.  Deshalb begegnen hier Lesben, Schwule, Transgender und Heteros einander sportlich. Der Sport baut Brücken, daher unser Motto: “Brücken bauen – unterm Regenbogen”

4) Was wird geboten und kann jeder mitmachen?

Beppo: Ab 9 Uhr gibt’s im Anton-Fingerle-Zentrum ein buntes Programm, bei dem man selber mitmachen oder auch nur zuschauen kann, je nach Lust und Laune. Um 10 Uhr gibt Bürgermeisterin Strobl den Startschuss zum Staffellauf, um 13.30 Uhr kicken die schwulen Streetboys gegen die Kabarettisten- und Promi-Mannschaft vom FC Schmiere, ab 15.30 Uhr dann die Jugendlichen von diversity und “bunt kickt gut”. Die Amazonen trainieren mit den Rollstuhlbasketballerinnen vom USC Rollstuhl-Basketball, die Isarhechte laden Hetero-Teams zum Challenge-Cup und schwimmen von “Ufer zu Ufer”.

Der Gay Outdoor Club organisiert eine Stadtwanderung und Stadrallye. Geboten sind außerdem Aqua-Fitness, Fitness-Workshop, Klettern und die Verteidigungssportarten Karate und Yawara zum Ausprobieren. Vor Ort gibt es außerdem eine begleitende Ausstellung des Forums Homosexualität und Geschichte. Kurz und gut: es lohnt sich, vorbeizuschauen!

5) Wie kam es zu der Idee mit dem Buch und den “850 Geschichten…”?

Beppo: Wir wollen der Stadtspitze abends beim Festakt im Oberangertheater ein Geburtsagsgschenk überreichen. Da kamen wir auf die Idee mit dem Buch. “Was ich als Lesbe, Schwuler, Transgender, Hetero der Stadt München gerne sagen möchte”… Es gibt schon etliche persönliche Geschichten, die bei uns eingetroffen sind (siehe unsere Homepage), das wird ein schönes und dank Horst Middelhoffs Fotoarchiv auch reich bebildertes Buch werden.

6) Du bist überaus aktiv im schwullesbischen Segment, vor allem bei Team München. Was bewegt Dich ganz persönlich, hier immer aktiv zu sein?

Beppo: Natürlich wäre ich gerne auch einfach mal faul oder wenigstens nur “privat”. Aber ohne persönliches Engagement ändert sich in unserer Gesellschaft leider nix zum Guten.

7) Wo sind weitere Infos zu dem Event zu finden?

Beppo: Detaillierte Infos gibt’s u.a. auf www.teammuenchen.de/850JahrFeier, in “Leo” und “blu”, außerdem verteilen wir 5.000 Flyer,… Und wer ‘ne spezielle Frage hat, mailt mich einfach an unter beppo@teammuenchen.de

Die Fragen stellte gayBC-Moderatorin Sophie Ruhlig


Faker. Ein jeder hat sie satt und dennoch gibt es sie in Hülle und Fülle. Das Faking (Die Angabe falscher Daten) hat viele Ursachen. Sie wollen “sich interessanter machen, virtuelles Rollenspiel betreiben, betrügen oder sich rächen”. So fasst es GayRomeo zusammen. Es verschwimmt, wie so oft im Leben, die Grenze zwischen Schein und Sein. Das Internet macht es einem auch leicht sich in eine „perfekte Traumperson“ zu verwandeln. Dieser Schwindel ist jedoch nicht von Bestand. Spätestens beim ersten Date wird es auffliegen.

Das wichtigste beim Erstellen eines Online-Profils ist daher Ehrlichkeit. Das ist das Minimum, dass man bei der Suche nach dem Mann fürs Leben investieren sollte.

Doch schreibe nicht einfach drauf los!

Bevor Du dich virtuell vorstellst, musst Du zunächst ein klares Bild von dir selbst haben. Frage dich “Was will ich über mich aussagen?” und “Wen suche ich?” bevor Du auch nur eine Zeile formulierst.

Und geb’ dir Mühe! Der erste Eindruck hält sich lange im Gedächtnis. Welche Aspekte sollten beachtet werden beim Schreiben einer Kontaktanzeige? Ich fasse es kurz zusammen:

  • Nur das Nötigste – nicht schwafeln
  • Sei ehrlich
  • Strukturiert, leserfreundlich
  • Rechtschreibung beachten
  • Weniger ist mehr!

Rechtschreibung ist ein wichtiger Unterpunkt! Sehr viele User achten darauf. Es zeigt nicht nur, ob Du etwas in der Birne hast, sondern ist auch Ausdruck für die Wertschätzung des Lesers. Häufig liest man in Profilen Zitat- und Textsammlungen. Groß klingende Zitate sind schön, aber zu viele werten dein Profil vollkommen ab. Ein Leser möchte etwas über dich erfahren und nicht gebildeter werden. Faustregel: Nicht mehr als 3 Zitate.

Abgedroschene Phrasen bitte ebenfalls umschiffen. Ich habe eben bei Romeo nach dem Satz “Alles kann nichts muss” gesucht und fand 500 Einträge. “Ich beiße nicht” bringt es sogar auf über 1400 Treffer.

Viele raten davon ab lange oder zu kurze Profile zu erstellen. Aber das ist Unsinn! Sofern es deine Persönlichkeit widerspiegelt, ist alles erlaubt.

Du brauchst deine Leser nicht in Watte packen, beleidigend solltest Du jedoch nie werden. Häufig liest man sowas: “Keine Spinner, Opas, Faker oder Tunten”. Nun, Faker wird das bestimmt nicht abschrecken. Und wer sieht sich denn schon als Spinner, Opa oder Tunte? Der Schuss geht ins Leere.

Abschließend nochmal das Wichtigste:

Zeig deine Manieren in Festtagskleidung, sei ehrlich zu dir und deinen Chatpartnern, bringe Authentizität in dein Profil. Das erspart dir Ärger und bildet Grundlage für etwas ernsteres.

Weitere hilfreiche Tipps und Tricks rund um das Online-Dating findest Du unter Gay Dating Tricks.

Stefan