Du bist CSD!

16Jul09

Im Freundeskreis von Nicole Dommes und Usch Overbeck herrschte Unzufriedenheit mit dem CSD. Austauschbar, beliebig und zu kommerziell sei er geworden. Ein Kinobesuch änderte alles – heraus kam die T-Shirt-Aktion „Ich bin CSD“.

„Passanten am Straßenrand fragen sich irritiert, ob da gerade der Schlager- oder G-Move an ihnen vorbei zieht. Und die Medien fokussieren sich auf die Exoten – die schrille Drag-Queen oder den in Lack und Leder gewandeten SM-Fetischisten“ klagen die Inititoren der Website www.ichbincsd.de. „Die breite Masse der Lesben und Schwulen bilden diese Extreme nicht ab“, heißt es dort weiter.

 

 

Udn passend dazu: Die Termine

 

17. – 19. Juli 2009 Frankfurt/Main 16. CSD Frankfurt
18. Juli 2009 Konstanz CSD am See Konstanz
18. Juli 2009 Kreuzlingen – CH CSD Kreuzlingen
18. Juli 2009 Rostock 7. CSD Rostock
24./25. Juli 2009 Braunschweig 14. Sommerlochfestival
25. Juli 2009 Duisburg 8. CSD Duisburg
25. Juli 2009 Kassel CSD Kassel
25. Juli 2009 Mainz Sommerschwüle
26. Juli 2009 Saarbrücken CSD SaarLorLux
24. Juli – 2. August 2009 Stuttgart CSD Stuttgart
25. Juli 2009 Mainz Sommerschwüle
1. August 2009 Amsterdamm – NL Gay Pride Amsterdam
1. August 2009 Augsburg 12. Augsburger CSD
1. August 2009 Essen Ruhr CSD Essen
1. August 2009 Nürnberg CSD Nürnberg
7. – 9. August 2009 Hamburg CSD Hamburg
8. August 2009 Mannheim CSD Rhein-Neckar
14. – 16. August 2009 Koblenz CSD Koblenz
15. August 2009 Bielefeld CSD Bielefeld
15. August 2009 Lübeck Lübeck-Pride
15. August 2009 Siegen CSD Siegen
17. – 22. August 2009 Magdeburg CSD Magdeburg
22. August 2009 Erfurt CSD Erfurt
22. August 2009 Hannover CSD Hannover
29. August 2009 Dortmund CSD Dortmund
4. – 6. September 2009 Berlin Folsom Europe
5. September 2009 Halle SchwuLesBisches Straßenfest
5. September 2009 Iserlohn CSD MK (Märkischer Kreis)
5. September 2009 Soltau Rosa Tag im Heide-Park
18. September 2009 Ludwigsburg CSD Ludwigsburg

Unternehmen an den Start! Jetzt anmelden für den Run of Colours am 22. August 2009!
Sie haben sportliche Mitarbeiter/innen und Kollegen/innen und solche, die sich gerne mehr bewegen würden? In Ihrem Unternehmen arbeiten Menschen, die bei einer gemeinsamen Sportveranstaltung viel Spaß haben könnten? Dann nehmen Sie als Unternehmensgruppe teil am Run of Colours – dem Charitylauf zugunsten der Aidshilfe Köln am 22. August 2009 unter der Schirmherrschaft von Jürgen Roters, Vorsitzender des Kölner Vereins für Marathon (Köln Marathon). Besuchen Sie uns im Internet unter www.run-of-colours.de und melden Sie Ihr Team mit dem anhängenden Formular noch heute an!

Egal, ob Sie in Ihrem Unternehmen bereits eine Laufgruppe gegründet haben oder (noch) nicht, der Run of Colours ist eine tolle Sache für alle Mitarbeiter/innen, die gerne laufen oder sich bewegen wollen. Prämiert werden nicht nur die schnellsten Läufer/innen, sondern beispielsweise auch die phantasievollsten Kostüme.

Die Laufstrecke führt wahlweise über 5 oder 10 km, Start- und Ziel ist am Tanzbrunnen. Von dort führt die Route über die Deutzer Brücke auf die linke Rheinseite und zurück über die Hohenzollernbrücke. Auch Läuferinnen und Läufer, die im Team antreten, können zwischen 5 und 10 km wählen – sie müssen nicht alle die gleiche Strecke laufen. Eine Gruppe sollte aus mindestens 5 Personen bestehen, die ihr Startgeld selbst bestimmen (mindestens 10 Euro pro Person).

Es gibt viele gute Gründe, am Run of Colours teilzunehmen – und für Gruppen sogar noch mehr:
• Die Laufgruppe präsentiert das Unternehmen und sein Engagement. Alle Unternehmensteams werden von der Moderation vorgestellt. Die aufmerksamkeitsstarke Wirkung können Sie natürlich noch steigern, indem die Läufer/innen beispielsweise in Trikots mit Ihrem Logo antreten.
• Laufen hält fit, unterstützt den Stressabbau, fördert Denkvermögen und Kreativität. Wer regelmäßig die Sportschuhe schnürt, profitiert davon auch im Job.
• Gemeinsam für den Run of Colours zu trainieren, motiviert und verbindet.
• Mit dem Startgeld und/oder den gesammelten Spenden unterstützt das Team die Projekte der Aidshilfe Köln. Der gesamte Erlös kommt der Aidsaufklärung und Hilfsangeboten für Menschen mit HIV und Aids zugute.
• Und schließlich verfolgt auch jede Läuferin und jeder Läufer ihre/seine eigenen Ziele, zeigt, wie vielfältig das Leben ist und setzt ein Zeichen für Akzeptanz und Solidarität mit Menschen mit HIV und Aids.
Zahlreiche prominente Botschafter/innen und engagierte Unternehmen sind schon dabei. Und das sagen sie zum Run of Colours:

Elfi Scho-Antwerpes, Bürgermeisterin in Köln:
“Beim „Run of Colours“ stehen nicht nur die sportlichen Erfolge im Vordergrund, sondern vor allem der Wettkampf im Dienst der guten Sache. Dafür treten alle Läuferinnen und Läufer an. Der Erlös kommt der Arbeit der Aidshilfe Köln zugute und damit den Menschen mit HIV und Aids in unserer Stadt. Darüber hinaus rückt der Run of Colours die Situation von Menschen mit HIV und Aids sowie die Bedeutung präventiver Maßnahmen stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Deshalb meine Bitte an Sie: Machen Sie mit – gehen Sie an den Start!“

Markus Frisch, Geschäftsführer Köln Marathon Veranstaltungs- und Werbe GmbH:
„Typisch kölsch von Anfang bis Ende – das ist der Köln Marathon. Wir verbinden Menschen mit Leidenschaft und haben et Hätz am rechte Fleck. Deswegen freuen wir uns den Run of Colours der Aidshilfe Köln unterstützen zu können.“

Judith Schmitz, Leiterin Unternehmenskommunikation Net Cologne:
„Bereits seit Jahren unterstützt NetCologne sehr gern verschiedene Projekte zugunsten der Aids-Hilfe. Die Idee zum „Run of Colours“ gefällt uns besonders gut! Hier verbindet sich ein Event mit Spaßgarantie ideal mit dem Benefiz- und Aufklärungsanspruch. Als wir den Lauf in unserem Mitarbeiternewsletter ankündigten, haben sich spontan über 40 Netties zum Mitmachen entschlossen – ein tolles Teamevent! Der Lauf bietet Sport- und Spaßgarantie für die ganze Familie und lockt sicher viele Laufbegeisterte und Zuschauer in den Tanzbrunnen und an die Strecke. Wir wünschen dem Run of Colours ganz viele Teilnehmer, Zuschauer und schönes Sommerwetter für den 22. August…“

Laufen auch Sie mit: Besuchen Sie uns im Internet unter www.run-of-colours.de und melden Sie Ihr Team mit dem anhängenden Formular noch heute an!

In Ihrem Unternehmen will sich kein Laufteam bilden? Sie können die Aidshilfe Köln trotzdem unterstützen:
• Leiten Sie diese E-Mail Geschäftspartner/innen weiter!
• Hängen Sie unser Plakat in Ihrem Unternehmen aus! Plakate und Flyer senden wir Ihnen gerne zu.
• Unterstützen Sie uns mit einer Spende! Spendenkonto: 70 16 000, Bankleitzahl: 370 205 00, Bank für Sozialwirtschaft oder einfach und schnell per Klick online.
• Werden Sie mit Ihrem Unternehmen Sponsor des Run of Colours! Bitten nehmen Sie hierzu Kontakt mit uns auf.
Diese und zahlreiche andere Möglichkeiten zur Unterstützung der Aidshilfe Köln finden Sie auch auf www.aidshilfe-koeln.de.

Noch Fragen?
Gerne stehen wir Ihnen für alle Fragen zur Verfügung.
Infohotline: 0221 2020366
E-Mail: veranstaltungen@aidshilfe-koeln.de

Sportliche Grüße
Ihre Aidshilfe Köln

Impressum:
Aidshilfe Köln e.V. | Beethovenstraße 1 | 50674 Köln
Telefon 0221 20 20 3-66 | Telefax 0221 23 03 25
E-Mail: veranstaltungen@aidshilfe-koeln.de | www.aidshilfe-koeln.de

Die Aidshilfe Köln ist als gemeinnützig anerkannt.
Spendenkonto 70 16 000 | Bank für Sozialwirtschaft | BLZ 370 205 00
Amtsgericht Köln | Vereinsregister 9177


Die „weltweit erfolgreichste Lifestyle-Messe für Männer und Frauen, die das gleiche Geschlecht lieben“ findet am 7. und 8. März 2009 von 13 bis 19 Uhr im „Hühnerposten Hamburg“ statt – bereits zum zweiten Mal.  Auf rund 3.000 Quadratmetern bietet sie ein vielfältiges Ausstellerangebot und ein spektakuläres Rahmenprogramm. An der Teilnahme interessierte gayBC-Mitglieder erhalten einen Rabatt. (Weitere Infos dazu hier.)  Wir haben mit Pressesprecherin Corinna Maaß über die gayvention gesprochen.

Wie kam es zu der Idee eine schwul/lesbische Messe zu organisieren?

Der Versuch eine Lifestyle- Messe speziell für lesbisch/schwules Publikum zu gestalten, wurde bereits in den vergangenen Jahren von anderen Organisatoren unternommen. Das punktuell durchdachte Konzept der „Gayvention“ – für Männer und Frauen, die das gleiche Geschlecht lieben – lies aber diese Idee zum ersten Mal realisierbar erscheinen. Den Initiatoren der „Gayvention“ erschien es jedoch nicht genug, einfach nur die Kauf- und Unterhaltungslust der Besucher zu befriedigen. Politische und gesellschaftliche Restiktionen, welchen gleichgeschlechtlich Liebende immer noch ausgesetzt sind, können in entsprechende Foren thematisiert werden. Lebensberatung und Erfahrungsaustausch sollen von den Besuchern als wichtige Ergänzungspunkte gesehen werden, um diese Lifestylemesse zu einem ganzheitlichen Erlebnis werden zu lassen.

Was ist das Ziel der Gayvention und zum wie vielten Male findet eure Messe statt?

Es ist die Zielsetzung der engagierten Veranstalter der „Gayvention“ , die im Frühjahr 2008 zum ersten Mal Szenegänger/-Innen und Interessierte jeder Couleur anlockte und begeistere, einem breiten Publikum Angebote und Informationen rund um den selbstbewussten Lebensstil lesbisch/schwuler Frauen und Männer zu präsentieren. Ein weiterer Schwerpunkt dieses Events ist das umfassende und spektakuläre Rahmenprogramm, welches das vielfältige Ausstellerangebot an beiden Messetagen flankiert. Hier hat der/die Messebesucher/-in zum Beispiel die Möglichkeit politischen Diskussionen mit geladenen Vertretern verschiedener Parteien beizuwohnen und/oder sich aktiv daran zu beteiligen. Die Stimmung innerhalb der Community, die Bedarfe, Ressourcen und Restriktionen die die Beteiligten betreffen, sollen deutlich gemacht und von den politischen Vertretern an die Entscheidungsträger weitergeleitet werden. Zur Zerstreuung erwartet die interessierten Besucher ein unkonventionelles und höchst abwechslungsreiches Entertainmentprogramm. Spielerisch und mit viel augenzwinkerndem Humor nimmt sich die Szene auch mal „selbst auf die Schippe“ und bietet so die Möglichkeit eventuelle Berührungsängste und Vorurteile auf allen Seiten abzubauen.

Wieviele Aussteller / Besucher weist die Messe auf? Kannst Du uns ein paar Angaben zur Besucherstruktur geben?

Unter dem Motto „expressing gay life“ präsentiert sich die „Gayvention“ in der angesagten Location „Hühnerposten“, direkt am Hamburger Hauptbahnhof. Auf rund 3.000 Quadratmetern erwarten die Besucher über 100 Aussteller aus den Bereichen Kunst und Kultur, Mode und Erotik, Genuss und Wellness sowie Hobby und Reisen. Das Besondere an der „Gayvention“ ist, dass es sich thematisch um eine Lifestylemesse für lesbisch/schwules Publikum handelt, die Veranstalter jedoch explizit darauf geachtet haben, mit dieser Veranstaltung der Community eine Präsentationsplattform zu schaffen, die gleichzeitig Spiegel der Szene und „Rucksackbahnhof“ sein kann. Die Projektleiter möchten mehr Transparenz und Vermischung zwischen gleichgeschlechtlich Liebenden und Heterosexuellen anregen. So arbeiten auch im Team der „Gayvention“ heterosexuelle Mitarbeiter/-Innen. Jeder kann an diesem „Bahnhof“ Halt machen. Kann sich umsehen, Fragen stellen, die Sinne anregen und sich mitreißen lassen. Egal mit welchem Gepäck er anreist, egal ob 20 oder 90 Jahre alt. Unter den Messeständen befinden sich seit dem vergangenen Jahr zahlreiche Heteroaussteller, die vom Flair und von der Einzigartigkeit dieser Veranstaltung begeistert waren.

Ermöglicht ihr auch ehrenamtlichen Institutionen und Berufsverbänden die Möglichkeit, sich im Rahmen der gayvention zu präsentieren?

Bereits im letzten Jahr waren die zahlreichen Vereine begeistert von der einmaligen Atmosphäre. Erstmals hatten sie das Gefühl wirklich ernst genommen zu werden und konnten interessante und aufschlussreiche Gespräche mit Presse und Besuchern führen. Es war der Projektleitung daher sehr wichtig auch in diesem Jahr eine Vielzahl von wichtigen Institutionen der Szene die Möglichkeit zu geben, sich auf der GAYVENTION zu präsentieren. In der restlos ausgebuchten Vereinslounge reicht das Spektrum vom LSVD, über die Deutsche Aidshilfe bis hin zu Hamburg Pride und den Wirtschaftsweibern.


In der Werbung sind sie unverzichtbar – Fotos.
Ein guter Eyecatcher ist da Gold wert. Und beim Online Dating?

Sind Fotos nicht eher oberflächlich und machen einen zur Ware?
Die Jerusalemer Soziologin Eva Illouz fasst es so:

„Meldet man sich auf einer Seite an, ist man sofort in einer Position, in der man mit anderen konkurriert, die man sogar sehen kann. Die Technologie des Internet konfrontiert das Selbst also mit Widersprüchen: Sie bedingt eine Tiefe Wendung nach innen, das heißt, sie verlangt eine Fokussierung auf das eigene Selbst, um dessen unverwechselbare Essenz [...] einzufangen und zu kommunizieren. Zugleich aber macht das Internet aus dem Selbst eine öffentlich ausgestellte Ware.“

Ein Spagat, dem man eigentlich nicht entgehen kann. Betrachten wir die Frage nach den Fotos lieber aus dem Aspekt der Nützlichkeit.
Und da muss man einfach feststellen, dass es nicht ohne Fotos geht. Ob dies einem gefällt oder nicht.
Eyecatcher müssen her. Der Mensch ist visuell veranlagt.
Studien zufolge ist das Foto _das_ Hauptmerkmal in einem Profil. Dabei achten 70% der Partner Suchenden auf die Augen. 25% finden den Mund wichtig und gerade mal 6% interessieren sich für die Frisur.

Ferner ist ein Bild im Profil (noch nicht einmal von einem selbst) sehr wichtig um nicht ausgefiltert zu werden.
Stell dein Licht nicht unter den Scheffel. Selbst wenn Du glaubst kein Modell zu sein. Eventuell verguckt sich irgendjemand genau in dein Foto.

Gut – halten wir fest: Du brauchst _gute_ Aufnahmen von dir. (Scheu dich nicht Geld dafür auszugeben.)
Was gilt es dabei zu beachten?
Auf Fotos herrscht absolutes Vermummungsverbot! Keine Sonnenbrille! Keine Mütze! Eine Sonnenbrille kann zwar cool sein, doch sie wirkt distanziert und unnahbar. Man möchte dich sehen.
Accessoires sind immer dann unpassend, wenn sie nichts mit dir zu tun haben und nur verwendet wurden, weil es vielleicht fürs Bild gut aussehen könnte.  Bei allem Zubehör muss man ungeheuer aufpassen, dass die Person noch im Zentrum des Interesses bleibt. Im Zweifel lieber darauf verzichten!

Viele moderne Dating Knigge empfehlen sich nicht mit nacktem Oberkörper zu zeigen. Es handelt sich in aller Regel um einen Fingerzeig auf seine Triebe. Freizügigere Aufnahmen bedeuten in fast allen Fällen körperliche Freizügigkeit. Mit solchen Fotos wirst Du leider auch nie wissen, ob Du nur wegen eben jener Fotografien angeschrieben wirst – sprich für die schnelle Nummer.

Zu viele oder zu gute Fotos könnten dich egozentrisch wirken lassen, zu schlechte Besucher abschrecken.

Sehr wirkungsvoll: Lächeln!
Wenngleich viele ernste Bilder im Profil haben und das manchmal wirklich gut aussieht, ist ein Lächeln immer von Vorteil. Denn ein Lachen wirkt entwaffnend und hellt sofort die Stimmung auf. Es kann ansteckend sein – ein psychosomatischer Effekt.
Der Betrachter stuft dich sofort positiver ein.

Weitere hilfreiche Tipps und Tricks rund um das Online-Dating findest Du unter Gay Dating Tricks.
Stefan


Die Fragen stelle gayBC-Moderatorin Sophie Ruhlig.

Reinhold Berger, Sie sind einer der wenigen offen schwulen Kandidaten in diesem Landtagswahlkampf, bewerben sich um das Direktmandat in München-Pasing und stehen auf Platz 15 der Liste der FDP in Oberbayern. Was hat Sie zur Kandidatur bewogen?

Grundsätzlich: Ich will ein liberales Bayern. Dafür steht die FDP. In Sachen Gleichstellung von Lesben und Schwulen war der Freistaat in der Vergangenheit regelmäßig der Hemmschuh. Mit einer starken FDP im Landtag ändert sich das.

Wo besteht aus Ihrer Sicht in Bayern hier spezieller Handlungsbedarf?

Beim Partnerschaftsgesetz. Die Diskriminierung beginnt bei der Notariatslösung und endet mit dem Steuerrecht.

Das heißt Sie plädieren für gleiche Rechten und Pflichten?

Richtig. Bei den Lebenspartnerschaften wurden die Pflichten sofort an die Ehe angeglichen, die Rechte blieben weitgehend auf der Strecke. Solche Ungerechtigkeiten regen mich auf.

Bei allem Respekt, die FDP wird in Bayern jedoch nicht die Mehrheit stellen. Wie wollen Sie Ihre Vorstellungen umsetzen?

Man braucht nicht zwingend die Mehrheit, sondern zunächst Einfluss und ggf. auch Druckmittel. Mit einer Regierungsbeteiligung hat die FDP alle Möglichkeiten, ihre Vorstellungen im Freistaat durchzusetzen. Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang auch der Einfluss auf die Bundesebene, beispielsweise wenn es um das volle Adoptionsrecht geht.

Einige Politiker, wie beispielsweise Volker Beck, werden in der Öffentlichkeit fast ausschließlich über ihre Sexualität identifiziert. Wie wollen Sie für Ihre Person dagegen wirken?

Das Thema Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen ist für mich nur ein, wenn auch sehr wichtiges Thema. In der FDP werde ich aber nicht über meine Sexualität sondern über meine politische Arbeit definiert. Bürgerrechte, Verkehr und Verbraucherschutz sind beispielsweise Themen mit denen auch ich in der FDP verbunden werde. Ein weiterer Schwerpunkt für mich ist die Medienpolitik in der ich landes- und bundesweit aktiv bin. Zu unseren Kernforderungen gehört hier die Ersetzung der GEZ-Gebühr durch eine allgemeine, personenbezogene Medienabgabe.

Dennoch ist es nicht in Bayern eher riskant, als offen schwuler Kandidat anzutreten?

Möglicherweise kann es in ländlichen Bereichen leider noch problematisch sein. Ich aber kandidiere im Münchener Westen mit all meinen politischen Überzeugungen als offen homosexueller Kandidat u. a. gegen den offen heterosexuellen Kandidaten Otmar Bernhard von der CSU.

Weitere Informationen:


Für den Stellenteil der Süddeutschen Zeitung  („Beruf und Karriere“) hat Ulrike Schäfer heute einen großen Beitrag zum Thema „Coming Out“ am Arbeitsplatz geschrieben. Am Beispiel von Christian Weis (25), heute Sprecher von „Arco“, dem Netzwerk schwuler und lesbischer Mitarbeiter der Commerzbank, zeigt sie auf welche positive Rolle ein offener Umgang mit der eigenen sexuellen Orientierung hat – für die Mitarbeiter und für den Arbeitgeber.

Sie zeigt aber auch auf, dass noch viel zu tun ist und erwähnt eine Kölner Studie aus dem Jahr 2007, wonach jeder zehnte Homosexuelle am Arbeitsplatz stark gemobbt wird und drei von vier Schwulen und Lesben Diskriminierungen erlebt haben. Der Studie zufolge traut sich jede(r) zweite nicht, die sexuelle Identität im Betrieb zu offenbaren.

Der Artikel geht insbesondere auf die Rolle von schwul-lesbischen Mitarbeiternetzen ein. Neben Arco/Commerzbank gebe es 30-40 Netzwerke, eines der jüngsten: „Fairquer“ beim Möbelhaus Ikea, in diesem Jahr erstmals mit eigenem Wagen bei der CSD-Parade in Köln.

Ein Sprecher des „Dachverbands“ der schwul-lesbischen Mitarbeiternetzwerke „PrOut@Work“ kommt zu Wort. Der Verband berät Unternehmen und Mitarbeiter bei der Etablierung neuer Netzwerke. Tipps: Die Gründungsabsicht sollte intern kommuniziert werden, um ein Signal zum Start zu geben. Einige engagierte und bereits offene Schwule/Lesben sollten den Kern der Gruppe bilden.

Für den Erfolg entscheidend sei es, dass es für das Projekt Unterstützung aus der obersten Führungsebene gebe und einen festen Ansprechpartner  im Vorstand. Ganz klar ist hier nicht die Rede von schwul-lesbischen Mitarbeiterstammtischen, wie es sie schon länger gibt, sondern von einem neuen Typus von Mitarbeiternetzwerk mit , einem relativ schlagkräftigen, offiziell anerkannten Netzwerk, das einen auch nach außen klar erkennbaren Beitrag leistet, um das Unternehmen für homosexuelle Mitarbeiter attraktiver zu machen.

Insgesamt ein sehr lesenswerter Beitrag. Zum Thema Antidiskriminierung gibt es in dieser Ausgabe noch weitere interessante Artikel, z.B. zum Umgang mit „Tabu-Fragen“ im Bewerbungsgespräch, zu denen auch die Fragen nach der sexuellen Orientierung gehört.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung war der Beitrag leider noch nicht im Internet, ist er inzwischen aber sicher. Wenn Ihr den Link findet, bitte einfach einen Kommentar schreiben. Danke!


Aktualisiert: Habe gerade die Liste aktualisiert. Habe ich ein Netzwerk vergessen? – Bitte per Kommentar ergänzen. Jedes gelistete Netzwerk sollte über eine zumindest rudimentäre Website verfügen, auf die ich verlinken kann und über die dann eine Kontaktaufnahme möglich ist.

Zum Hintergrund: Es gibt schon eine ganze Reihe solcher Listen im Internet, aber bisher nicht in Blog-Form. Der Vorteil hier ist, dass jeder Interessierte einen Kommentar einfügen kann und z.B. auf neue Entwicklungen, weiter existierende Netzwerke/Stammtische usw. hinweisen kann. Wir Ihr unten (unter Kommentare) sehen könnt, haben die Leser des Blogs einen großen Anteil daran, dass diese Liste sehr aktuell und vollständig ist. Wir haben außerdem schon angefangen, einzelne Netzwerke hier im Blog genauer vorzustellen und es war verblüffend, wie schnell sich Initiatoren und Mitglieder der entsprechenden Netzwerke zu Wort gemeldet und noch fehlende Informationen ergänzt haben. Wer das Thema „offen schwul/lesbisch am Arbeitsplatz“ voranbringen und am Blog mitschreiben möchte, ist herzlich willkommen!
Deutschland

- Branchenverbände

- Branchenübergreifende Verbände (Fach- und Führungskräfte)

- Unternehmens-Stammtische etc.

- Sonstiges

Österreich

  • austrian gay professionals – www.agpro.at/
  • Queer Business Women (QBW), Interessensgemeinschaft lesbischer Führungskräfte, Unternehmerinnen, Expertinnen und Selbständige. Wir arbeiten eng mit der AGPRO (austrian gay professionals) zusammen. http://www.queer-business-women.at

Schweiz

Großbritannien

Frankreich

Niederlande

  • Genius – Netzwerk für schwule Führungskräfte und Selbständige in den Niederlanden. www.genius.nl

International

  • European Gay Managers Association (EGMA) – Dachverband der meisten schwul-lesbischen Berufsverbände in Europa – www.egma.cc
  • 6PC-Network – www.6pc.info/site/

Viele weitere Netzwerke – auch ohne eigene Website oder im Ausland – hat Volker auf seiner Seite www.voelklinger-bank.de gesammelt.


Egoload

16Jul08

Heute möchte ich dir eine Webseite vorstellen, die ich so gut finde, dass sie ihren eigenen Beitrag verdient hat.
Egoload – Es handelt sich um einen Persönlichkeitstest. Halt, renn nicht weg.
Die meisten dieser Tests sind wirklich unsinn.
Besonders sinnlos sind die Tests von Testreich. Absolut keine will wissen zu wie viel Prozent man noch Teenie ist.

Doch Egoload ist anders. Denn es ist direkt auf das Online Dating ausgelegt.
Auf Grundlage eines kleinen psychologischen Tests wird dein Charakter grob bestimmt. Ich möchte nicht sagen, dass die Einteilung von Egoload jeden erfasst oder unheimlich genau ist. Dennoch habe ich immer wieder die Erfahrung gemacht, dass viele dem Resultat zustimmten.
Das Besondere:
Dort wird dir auch gleich eine Dating Strategie mitgeliefert. Diese Hinweise kannst Du online oder als PDF lesen.

„Egoload macht das Wissen vom Glück zugänglich. Für alle. Kostenlos und einfach.
Am besten, du startest mit dem Egoload Persönlichkeitstest. Wer mehr über sich und seinen Persönlichkeitstyp weiß, kann dieses Wissen nutzen, um glücklicher und erfolgreicher zu leben.“

Hier geht es zum Test

Weitere hilfreiche Tipps und Tricks rund um das Online-Dating findest Du unter Gay Dating Tricks.

Stefan


Anfang April hatte ich im gayBC-Forum zur Teilnahme an einer von Holger Kipp von der Ruhr-Universität Bochum durchgeführten Befragung eingeladen. Hier folgt nun eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse. Die Auswertung bestätigt: Je wohler wir uns selbst mit unserer sexuellen Orientierung fühlen, um so besser läuft es auch in der Beziehung (und desto dauerhafter vermutlich unsere Partnerschaften).

Studie zu fördernden und schädigenden Einflussfaktoren auf die Partnerschaftszufriedenheit homosexueller Männer

Holger Kipp

Ruhr-Universität Bochum

AE Sozialpsychologie

Herzlichen Dank für Ihr Interesse an den Ergebnissen der Studie zu Einflussfaktoren der Partnerschaftszufriedenheit homosexueller Männer.

Zunächst werden die zugrunde liegenden Fragestellungen und die theoretischen Konzepte vorgestellt. Anschließend werden die Stichprobe, sowie die Ergebnisse dargestellt.

Hintergrund

Die Studie untersucht fördernde und schädigende Einflussfaktoren auf die Partnerschaftszufriedenheit homosexueller Männer. Dazu betrachtet sie insbesondere die Auswirkungen von Diskriminierungserleben, des öffentlichen Bekenntnisses zur Homosexualität, sowie der Akzeptanz der eigenen sexuellen Orientierung. Alle Faktoren gelten als spezifische potentielle Stressoren, denen Mitglieder von Minderheiten zusätzlich zu ihrem allgemeinen Stressniveau ausgesetzt sind. Stress und dessen Bewältigung gilt generell als ein starker Einflussfaktor auf die Partnerschaftszufriedenheit. Daher wurden in dieser Untersuchung signifikante Einflüsse dieser für Minoritäten spezifischen Stressoren erwartet.

Beschreibung der befragten Personen

An der Studie nahmen 546 Männer teil, die seit mindestens 6 Monaten in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung lebten. Das durchschnittliche Alter der Befragten betrug 32 Jahre. Der jüngste Teilnehmer war18 und der älteste Teilnehmer 66 Jahre alt. Die Befragten waren überdurchschnittlich gebildet (Abitur: 31.0 %; Hochschul-studium: 48.9 %) und lebten überwiegend in Großstädten mit mindestens 100.000 Einwohnern (68.5 %). Die durchschnittliche Dauer der derzeitigen Beziehung betrug 4.75 Jahre. Viele der älteren Männer führten jedoch auch Beziehungen, die bereits 20 und 30 Jahre andauerten.

Ergebnisse zum Diskriminierungserleben

Die Mehrheit der befragten Männer gibt keinerlei Diskriminierungserfahrungen in den vergangenen zwölf Monaten an (75.15 %). Wenn Diskriminierungen angegeben werden, dann handelt es sich um schwulenfeindliche Witze (77.3 %), Verhöhnungen (44.5 %) und Beschimpfungen (42.9 %). Die diskriminierenden Personen sind am häufigsten Fremde (44.9 %), aber auch Familienmitglieder (23.8 %) und vermeintliche Freunde (17.2 %). Das Diskriminierungserleben hatte einen negativen – wenn auch geringen – Einfluss auf die Partnerschafts- und Lebenszufriedenheit der homosexuellen Männer.

Ergebnisse zum öffentlichen Bekenntnis zur Homosexualität

Wider Erwarten zieht das öffentliche Bekenntnis zur Homosexualität keine häufigeren Diskriminierungserfahrungen nach sich. Es gibt Anzeichen dafür, dass offen homosexuell lebende Menschen zufriedener in ihrer Partnerschaft und ihrem Leben sind.

Ergebnisse zur Akzeptanz der eigenen sexuellen Orientierung

Als wichtigster Einflussfaktor auf die Partnerschaftszufriedenheit homosexueller Männer erweist sich die Akzeptanz der eigenen gleichgeschlechtlichen sexuellen Orientierung. Diejenigen Männer, die ihre Homosexualität weniger akzeptieren, sind unzufriedener in ihrer Partnerschaft und ihrem Leben. Des Weiteren bekennen sie sich in geringerem Maße öffentlich zu ihrer Homosexualität und nehmen mehr Diskriminierungen wahr als diejenigen Männer, die ihre eigene sexuelle Orientierung in stärkerem Ausmaß akzeptiert haben.

Fazit

Die Mehrheit der befragten Männer gibt keine Diskriminierungserfahrungen in den vergangenen zwölf Monaten an. Diejenigen, die Diskriminierungen erlebten, zeigen sich eher unzufrieden in ihrer Partnerschaft und ihrem Leben. Das öffentliche Bekenntnis zur Homosexualität zieht keine vermehrte Diskriminierung nach sich und ist nur tendenziell ein Indikator für eine glücklichere Partnerschaft. Die Akzeptanz der eigenen sexuellen Orientierung hat den stärksten Einfluss auf die Partnerschafts- und Lebenszufriedenheit der homosexuellen Männer. Sie beeinflusst zudem die Bereitschaft sich öffentlich zur Homosexualität zu bekennen und Diskriminierungen wahrzunehmen.

Die Ergebnisse dieser Studie beruhen auf Durchschnittswerten einer großen Personengruppe. Aus diesem Grunde lassen sich zwar allgemeine Aussagen über die beschriebenen Personengruppen, jedoch nicht bezüglich einzelner Personen treffen.


Von „HarryB“ kommt der Hinweis, dass es auch bei dem für IT-ler zurzeit wohl attraktivsten Arbeitgeber der Welt eine eigene schwule Gruppe gibt: „Beim “Dublin Pride” in Dublin letztes Wochenende bin ich noch auf die “Gayglers” – GLBT bei Google, gestoßen:http://www.google.ie/jobs/gayglers/“.

Der Link führt zu einem Google-Logo in Regenbogenfarben, verlinkt dann aber leider nur zur Jobsuche bei Google – und da kann man nicht speziell nach „schwulen“ oder „lesbischen Jobs“ suchen. ;)

Google – die Suchmaschine – hilft aber weiter und präsentiert eine Menge Suchergebnisse zu den „gayglers“. Interessant ist z.B. der Eintrag googleblog.blogspot.com/2007/10/our-corporate-equality-effort.html, der verschiedene Diversitäts-Initiativen zusammenfassend beschreibt.